Modern Primitive- join madness

The real Bussi-Bär

„Pfoten hoch. Mein Name ist Bär – Bussi fuckin' Bär“, durchbrach eine Stimme die Stille des Waldes. Doch die Bienen kratzte das nicht gross. Sie schwirrten weiterhin völlig unbeeindruckt um die Honigwabe und arbeiteten daran wie...ähem...naja, wie fleissige Bienen eben. Darauf wurde Bussi-Bär stinksauer. Sein Ego war ziemlich angekratzt, weil ihn nicht einmal die Waldbienen ernst nahmen. „Okay, ihr gestreiften Bastarde. Ihr habt es so gewollt“, knurrte er angepisst, „fresst Scheisse in der Hölle.“ Im Zeitlupentempo setzte er sich die Paris Hilton-Sonnenbrille auf, zog Minirock und Strapse aus, zückte seine Pump-Gun und ballerte wild drauflos. Innerhalb von wenigen Sekunden waren die unschuldigen Bienen völlig nassgespritzt mit Kuhpisse, die Bussi-Bär zuvor in seine Wasser-Maschinenpistole eingefüllt hatte. In der allgemeinen Verwirrung schnappte er sich die heiss ersehnte Honigwabe und rannte davon – querfeldein durch den Wald. Die Bienen liessen sich das natürlich nicht gefallen und nahmen sogleich die Verfolgung auf. Aber Bussi-Bär war mit allen Wassern gewaschen. Schliesslich hatte er in der Migros-Klubschule nicht umsonst den Kurs „wie man anderen einen Bären aufbindet“ absolviert. Wie ein Bekloppter raste er durch das Unterholz – zum Glück hatte er zum Frühstück ein GPS gefressen, das ihm den Weg wies. Sein Ziel war die Höhle, in welcher er zusammen mit seiner Freundin Tussi-Bär hauste. Doch um die beknackten Bienen in die Irre zu führen, befahl die GPS-Stimme in seinem Bauch immer wieder: „Bitte wenden. Bitte wenden.“ Es lotste Bussi-Bär durch die tollwütigen Nutellasträucher, denn das schlaue Gerät wusste ganz genau, dass die Bienen den penetranten Duft von durchgeknallten Nutellablüten auf den Tod nicht ausstehen konnten. Gerade als er sich durch die dornigen Hecken kämpfte und die vor Wut rasenden Bienen beinahe abgeschüttelt hatte, passierte das Unglaubliche.

Auf einmal riss sich vor seinen Füssen unter lautem Getöse der Waldboden auf und verursachte einen riesigen Krater in der Erde, so dass Bussi-Bär nicht mehr vorwärts gehen konnte. „Scheiss Klimaerwärmung“, fluchte er vor sich hin. Aus dem Krater stieg zuerst Rauch auf, bevor eine ganze Armee von seltsamen Geschöpfen aus dem Nebel auftauchte. „Hurra, Dominik Dachs und die Katzenpiraten“, frohlockte Bussi-Bär, „ich bin gerettet.“ „Gib mir die Honigwabe und wir helfen dir, die Bienen zu vernichten. Deal or no Deal?“ verkündete Dominik Dachs mit ernster Miene. „Aber das geht nicht, die ist für Tussi-Bär. Sie hat heute Geburtstag.“ Dominik stand mit verschränkten Armen da. „Na gut, du entscheidest dich also für no Deal?“ Bussi nickte verzweifelt. „Holt euch die Honigwabe und rasiert ihm den Pelz“, befahl der Frechdachs, worauf sich eine Horde zähnefletschender Katzenpiraten auf den armen Bussi-Bär stürzte. In diesem Augenblick der Todespanik wurde in ihm jedoch ein Überlebens-Instinkt aktiviert, der ihm über-bärische Kräfte verlieh. Die erste Reihe der angreifenden Katzenpiraten spritzte er lässig mit seiner Kuhpisse-Wasserpistole ab und die zweite Angriffswelle blockte er mit einem Urknall-mässigen Bärenfurz ab. Doch dann umzingelten ihn die restlichen Katzenpiraten sowie die Kampfbienen, die nun gemeinsame Sache machten. Bussi-Bär hatte keine Chance mehr.

Für Pessimisten und andere Heulsusen wäre die Geschichte jetzt zu Ende. Aber wir sind ja positiv eingestellt, deshalb muss es für diesen knuddligen Bären doch einen Ausweg geben, oder? Also, weiter geht's...

Gerade, als sie Bussi-Bär fertig machen wollten, ertönte ein zischendes Geräusch am Himmel. Einige Sekunden später prasselten Dutzende von Feuerbällen auf den Wald hernieder. Es handelte sich um einen Schwarm wild gewordener Sternschnuppen, die wie ein Bombenhagel auf den verhexten Zauberwald niedersausten. Bussi-Bär ergriff die günstige Gelegenheit und robbte im Zickzack durch das Gestrüpp, während um ihn herum gewaltige Explosionen die Erde erschütterten. Mit letzter Kraft hechtete er in den Fluss und liess sich treiben, bis ihn kurz darauf jemand herausfischte. Im Delirium erkannte Bussi-Bär verschwommen eine riesenhafte Kreatur. „Ich bin Petzi-der Herr der Sternschnuppen“, sprach er majestätisch, „und ich habe dir soeben deinen pelzigen Bärenarsch gerettet. Als Belohnung dafür hätte ich gerne diese süsse kleine Honigwabe hier.“ Da war Bussi plötzlich wieder hellwach. Mit eisernem Griff umklammerte er das klebrige Honigteil. „Fuck off, Asshole“, brüllte er rebellisch und biss Petzi ins Bein. Der jaulte vor Schmerz auf wie eine Sirene. „Aaahh, das wirst du mir büssen, du pelziger Bärenarsch. Haribo-Soldaten, ergreift den pelzigen Bärenarsch.“ Bussi-Bär zerfetzte Petzi mit seinen Krallen sein frisch gebügeltes Pinnochio T-Shirt. „Das ist dafür, dass Du mich innerhalb von zweiundvierzig Sekunden dreimal pelziger Bärenarsch genannt hast“, brummte er. Dann musste Bussi-Bär wieder mit der begehrten Honigwabe flüchten, diesmal vor einer Elite Kampfeinheit der gefürchteten Haribo-Armee, unter der Führung von Korporal Chuck Norris. Aber Bussi hatte wiederum Glück im Unglück. Denn auf geflügelten, achtbeinigen Nilpferden galoppierten bereits die Retter herbei. Es waren der Typ von Manowar mit der behämmerten Katja Ebstein-Frisur, Blackie Lawless sowie die Grossmutter vom Cousin von Globi's schwulem, einäugigem Hamster. Begleitet wurden diese drei apokalyptischen Reiter von dem noch viel apokalyptischeren Flugdrachen Knorrli, auf dem Tussi-Bär und die kleine Schwester von Christina Aguilera sassen. „Oh Scheisse, das ist die kleine Schwester von Christina Aguilera“, schrien die Haribo-Soldaten entsetzt und zerstreuten sich panisch in alle Winde. Chuck Norris zitterte vor Angst wie Espenlaub. „W-w-w-ir  g-g-geben auf“, stotterte er weinend, ehe er sich seine mit Killernieten verzierten Windeln der Marke „Made in Hell“ voll kackte und unter einem eptileptischen Anfall zuckend wie ein mit Drogen vollgepumpter Breakdancer zusammenbrach. „Yesss, wir haben gewonnen. Der Sieg ist unser“, triumphierte Bussi-Bär und warf seiner Geliebten voller Stolz die geklaute Honigwabe zu. „Happy Birthday, Tussi“, rief er laut, während alle begeistert klatschten. „Ich bin keine Tussi“, schluchzte der wieder erwachte Chuck Norris und trommelte beleidigt mit den Fäusten auf den Boden. „Nein, du bist eher eine Pussy“, zog ihn der schwule, einäugige Hamster von Globi auf und furzte ihm im vorbeigehen verächtlich ins Gesicht. Dann überstürzten sich die Ereignisse. Der sich im Landeanflug befindende, hinterlistige Drache Knorrli fing die Honigwabe mit dem Maul auf und schluckte sie mit einem einzigen Biss hinunter. Anschliessend kicherte er dämlich vor sich hin und rülpste zufrieden. Doch die kleine Schwester von Christina Aguilera fand das gar nicht lustig. „Du beschissene Kackfresse“, brüllte sie ihn jähzornig an und schnitt ihm mit einem Sackmesser den Kopf ab. Den Rest des Drachens zerhackte sie fachgerecht in mundgerechte Stücke.

Am nächsten Tag gab es im Wald zur Wiedergutmachung ein Festessen, wo den überlebenden Katzenpiraten und Haribo-Soldaten Dragon Mc Nuggets  nach dem Geheimrezept von Christina Aguilera's kleiner Schwester serviert wurden. Dummerweise mochte niemand (ausser Chuck Norris) diese fettigen Dinger und so einigte man sich darauf, die Bienen erneut zu überfallen und ihnen den süssen Honig abzuluchsen. Also stürmten alle (ausser Chuck Norris) gemeinsam frisch-fröhlich durch den Wald, um die nichts ahnenden Bienen aufzumischen. Unterwegs entdeckte die kleine Schwester von Christina Aguilera eine halbtote Sternschnuppe, die sich gerade ihr eigenes Grab schaufelte. Da lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Sie schnitt der Sternschnuppe mit dem Sackmesser alle Zacken ab und zerhackte sie fachgerecht in mundgerechte Stücke. Nach diesem super Znüni torkelte sie sternhagelvoll durch den Wald, bis sie zufällig auf Chuck Norris traf, der im neusten Bussi-Bär Heft gerade vergnügt die Story „The real Bussi-Bär“ las. Ohne zu zögern riss ihm die freche Göre das Heft aus den Händen, zerhackte es fachgerecht in mundgerechte Stücke und schob es ihm in den Arsch.

Die Moral der Geschichte? Keine. Sollte das etwa witzig sein? Nö. Was soll dann das Ganze überhaupt? Was weiss ich. Fazit: Wissenschaftler der Universität Entenhausen haben herausgefunden, dass sich diese Geschichte tatsächlich so abspielen wird. Und zwar im Jahre 2245 nach Bussi-Bär, in einem Joghurtbecher auf der Raumstation Al Pesto. Noch Fragen? Gut. Dann werden wir diesen nüchternen Tatsachenbericht hiermit abschliessen, bevor er noch ins Unglaubwürdige abdriftet. Oder will etwa jemand von euch von der kleinen Schwester von Christina Aguilera fachgerecht in mundgerechte Stücke zerhackt werden? Eben.
 

© Text by Kermit der Frosch